Andalucía (noisepunkwhatever) + The Void (Punk) + Post-Show Party MC Homunculus Prime (Post-Punk, Noise, Electro Wave)

Andalucía (noisepunkwhatever) + The Void (Punk) + Post-Show Party MC Homunculus Prime (Post-Punk, Noise, Electro Wave)

 

Andalucía »There Are Two of Us«

(noisepunkwhatever)

Es gibt zwAndalucía Pressefotosei von ihnen. Wenn Philipp Ohnesorge und André Martens schüchtern zu ihren Instrumenten greifen, um sie dann umso rücksichtsloser zu malträtieren, dann wird unmittelbar klar, dass zwei von ihnen auch durchaus genügen. Mit nur einer Gitarre, die über einen Verstärker klirrt und über einen anderen brummt, und einem spartanisch aufgebauten Schlagzeug erschaffen Andalucía auf ihrem Debütalbum eine Gefühlswelt, die auf eigenartige Weise zugleich melancholisch und euphorisierend ist. »Lebensgefühlmusik« sagt eine gute Freundin in solchen Fällen. Äußerst fantasievoll wird vorgeführt, wohin die imaginäre Kraft von Musik führen kann: In einem Stück erklärt es Ohnesorge zu seiner Absicht, in ein vergangenes New York zu reisen, um Patti Smith zu heiraten. Darauf muss man sich einlassen, aber dann gelingt es auch. It’s all in the mind, y’know?

Seit einiger Zeit sind Krachpop-Duos keine Seltenheit mehr: No Age, Japandroids oder die Wavves sind schnell heranzitiert. Und doch gibt es einen merklichen Unterschied zwischen diesen Bands und Andalucía aus Münster in Westfalen. Wo die ersteren das Fehlen eines Basses mit Verzerrung, Noise und Feedback zu verschleiern suchen, lassen Andalucía die Leerstelle bestehen, allerdings nicht als Vakuum, sondern im Gegenteil als einen sauerstoffreichen Raum, in dem die Gitarre tief durchatmen und Ohnesorges Gesang umso intimer erscheinen kann. Es ist gewissermaßen eine grenzenlose Verherrlichung der Stromgitarre, die in diesem Raum stattfindet. Das äußert sich allerdings nicht in einem Spiel, das sich sonderlich um Virtuosität oder Präzision schert, sondern in einem, bei dem die Lust auf Lautstärke und den Griff in die Saiten Priorität hat. »The shrill of my guitar / Makes me listen to myself«, singt Ohnesorge. Die Gitarre wird nicht nur zum Spiegel der Seele (v)erklärt, mehr noch geht es wie einst bei Patti Smith um die heilende Kraft der Rockmusik, nicht ohne ein angenehmes Maß an Selbstironie: »And when the feedback hits my brains / Enter another kind of world / It’s a peace I haven’t found / This might sound mayorly absurd.«

Nicht nur einmal erinnern die melancholischen Ohrwurmmelodien und die Zurückhaltung in der stimmlichen Darbietung an J Mascis, sozusagen den Guru dieses Gitarrenkults. In besonderer Weise ist das bei dem vielleicht schönsten Stück des Albums der Fall, »Margo«, das bereits auf dem letztjährigen Demotape enthalten war, hier aber nochmal – auch durch die sachverständige Arbeit des Produzenten Christian Bethge aus dem Mannheimer Rama Studio – zu einem noch heller glänzenden Juwel aufpoliert wurde. Die Nähe zu Dinosaur Jr. wird im abschließenden und titelgebenden Song dann auch im Zitat beschworen (»We’re not alone«, ein Satz, der sich erfüllt, wenn er gesungen wird), zugleich jedoch durchkreuzt durch Martens‘ Schlagzeugspiel, das nicht wie im Fall von Murph präzis-geradlinig nach vorne prescht, sondern immer wieder die Geschwindigkeit drosselt oder den Backbeat hektisch verschiebt und somit dem Popappeal deutliche Grenzen setzt. Auch deswegen ist »There Are Two of Us« eine Platte, die sich erst mit vermehrten Hören richtig entfaltet, die aber, wenn sie einmal zugegriffen hat, dann auch nicht mehr ohne Weiteres loslässt. Ohnehin könnte ja niemand Paddy McAloons ehernen Losung widersprechen: »Grander than castles, cathedrals or stars: Electric guitars.«

Philipp Wulf

For fans of: Dinosaur Jr., Japandroids, Sonic Youth, Wipers

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The Void

Punk Rock

voidZwei Menschlein, geboren auf dem Planeten Erde, spielen Punk Rock Musik und erleben freude dabei.
Ui, wie toll!

Wir leben in Mainz/Wiesbaden…

PS: Wir verabscheuen jede form der unterdrückung und treten für die gleicheit & freiheit aller Menschen ein.
Wir denken dabei auch unsere besten Kumpels  – DIE TIERE!

 

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Eintritt: € 8 | € 6 (für Mitglieder)

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